Seelentröster oder Neurolade gefällig? Ja, aber nur selbst gemachte!

Schokotaler

Puhh, draußen ist es grau in grau, nicht mal weiß, wie es eigentlich im Winter üblich wäre. Das Sturmtief Andrea fegt uns fast weg. Ich glaub ich brauche jetzt Schokolade, und zwar richtig viel, in rohen Massen, tausend Sorten, knusprig süß mit zartem Schmelz, vollmundig, kräftig mit einem Hauch von Kaffee vielleicht? Nein, mit roten Pfefferbeeren dekoriert, am besten leg ich mir einen richtig großen Vorrat für den Rest des Winters an, da kann ich mich dann durchfuttern, Stück für Stück! Eine süßer Gedanke oder? Noch reizvoller ist für mich die Vorstellung Schokolade mal selbst zu gießen – wollte ich schon immer mal ausprobieren. Beschlossene Sache: Meine Küche soll zur Schokoladenfabrik werden, genauso wie bei den Maître Chocolatiers aus der Werbung. Gesagt getan, und wenn Ihr mitmachen wollt, dann lest weiter, hier kommt die Anleitung in drei Schritten und ein Livebericht aus der Conche:

Blockschokolade la papetina

Gute Blockschokolade - das Rohmaterial ist entscheidend

Schokolade la papetina kleinschneiden

Schokolade kleinschneiden - je kleiner desto leichter schmilzt sie

Schokolade temperieren

Schokolade richtig temperieren - erst erwärmen, dann runterkühlen

Schokoladentaler gießen

Schokoladentaler gießen und verzieren

Was ihr an Handwerkszeug und Zutaten benötigt:
Zwei Töpfe, die ineinander passen, Thermometer, Backpapier, Messer, Schneidebrett, Kochlöffel, Kuvertüre, Weiß, Vollmilch, Zahrtbitter, Pfefferbeeren oder Schokostreusel zum Verzieren, bei Bedarf Gewürze wie Zimt, Chili.

Schritt 1: Dich kriege ich klein, du Brocken!
Zuerst muss man den festen Block Kuvertüre zerkleinern. Am besten schneidet ihr auf einem großen Brett die Rohschokolade in feine Splitter. Das gelingt sehr gut mit einem Messer, dass eine große, lange Klinge hat und schräg angesetzt wird. Zwei Drittel der klein geschnittenen Menge gebe ich nun in einen Topf.
Schritt 2: zum Warmmachen, oder wie man Kuvertüre richtig temperiert.
Jetzt fülle ich in einen großen Topf 2-3 cm Wasser, stelle ihn auf den Herd und bringe es zum Kochen. Sobald es kocht, nehme ich den Topf vom Herd und stelle den kleinen Topf darauf. Jetzt fleißig rühren, bis alle Schokoladensplitter schön gleichmäßig geschmolzen sind. Die geschmolzene Kuvertüre muss eine Temperatur von 40 – 45 ° erreichen. Also jetzt muss man feinfühlig sein und Temperatur messen, falls die Kuvertüre zu kalt wird, den Topf einfach nochmals kurz auf den Herd stellen. Hat die flüssige Schokolade nun die richtige Temperatur, nehme ich die Schüssel vom Wasserbad und stelle sie auf meine Küchenanrichte, die ist nämlich aus Edelstahl und schön kühl. Ihr könnt sie auch auf die Fensterbank stellen.

Dann gebe ich die restlichen, klein geschnittenen Schokoladensplitter dazu und rühre weiter um, bis auch der letzte Krümel geschmolzen ist und die Masse genau 27° erreicht hat. Also nochmals genau messen! 27 – 28° sind perfekt. Das ist jetzt die Ausgangstemperatur, von dieser wird die Kuvertüre jetzt nochmals im Wasserbad auf die Verarbeitungstemperatur erwärmt.

Für Vollmilchschokolade ist das 30 -31°
weiße Schoki wird bei 30 – 31° verarbeitet
Zahrtbitter verträgt es mit 32 – 33° am wärmsten.

Die temperierte Schokolade muss jetzt zum Verarbeiten auf der Idealtemperatur gehalten werden. Zwischendurch rühre ich immer wieder um, und stelle die Schüssel ins Wasserbad, um sie warmzuhalten. Um zu testen, ob sie richtig temperiert ist, tauche ich eine Messerspitze ein, diese muss nach 2-3 Minuten fest geworden sein. So, ist bis jetzt alles gut gegangen, dann hat man die größte Hürde schon geschafft, das Temperieren von Schokolade ist nämlich das schwierigste. Wird die Schokolade zu heiß, oder kommt Wasser in die Masse, dann kann man alles wegwerfen und nochmals von vorne beginnen. Tja und meine in Schoki getauchte Messerspitze sieht immer noch ziemlich flüssig aus. Fünf Minuten später ist das Ding immer noch verd…… weich! Ok, das wars, nochmals von vorne! Aber beim 2. Anlauf hat es dann geklappt, gut, dass ich die doppelte Menge Kuvertüre eingekauft habe.

Schritt 3: Gegossene Schoki wird zum festen Schokotaler
So jetzt geht es an das Gießen der Schokotaler. Dazu verwende ich ein umgedrehtes Backblech und lege es mit Backpapier aus. Die flüssige Schokolade wird auf das Backpapier gegossen und mit den gerösteten Mandeln, Haselnüssen oder Pfefferbeeren bestreut. Man kann auch Gewürze wie Zimt, Kardamom oder Chili unterrühren. Jetzt mehrere Stunden aushärten lassen, und zwar am besten bei Zimmertemperatur. Dann kann man sie verpacken.

Prädikat: Ich glaub ich brauch jetzt was deftiges!

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2 Kommentare zu “Seelentröster oder Neurolade gefällig? Ja, aber nur selbst gemachte!

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